Woher kommen die Archetypen?

Tarot





Als ganzheitlicher und spiritueller Heiler und Lehrer gehe ich persönlich von der Existenz der unsterblichen „Seele“ aus und von einem individuellen „Bewusstsein“, die wir nach dem physischen Ableben mit ins Jenseits nehmen und danach wieder in eine neue Inkarnation. Die Buddhisten sprechen auch vom „Rad des Lebens“, innerhalb dessen wir eine Evolution der Seele durchleben und die Chance haben, zu reifen und zu wachsen.


Während die „Persönlichkeit“ aus den Erlebnissen dieses Lebens geprägt ist, sind die Archetypen der Seele etwas, was wir energetisch in dieses Leben mitbringen. Und das ist völlig unabhängig von den familiären Prägungen und der sozialen Stellung der Familie, in die wir hineingeboren werden.

Andere Autoren betrachten die Archetypen als Teil eines kollektiven Bewusstseins der Menschheit. Auch dafür gäbe es Erklärungen, denn scheinbar werden auch Erinnerungen über die DNS an die nächsten Generationen weitergegeben. Der berühmteste Psychologe war Carl Gustav Jung, der als Erster im europäischen Raum über die Archetypen geschrieben hat.

Carl Gustav Jung ist vielleicht der berühmteste Dissident der klassischen Psychoanalyse. Er entfernte sich von Freuds Ideen und entwickelte stattdessen eigene Vorstellungen über das kollektive Unbewusste. Und die waren zum Teil revolutionär. Eine seiner Theorien betraf die zwölf Archetypen der Persönlichkeit.

Um diese zwölf Persönlichkeitstypen zu definieren, studierte Jung die Symbole und Mythen vieler verschiedener Kulturen. Diese Archetypen repräsentieren Verhaltensmuster, die unterschiedliche Seinsformen ausmachen. Sie sind auch kulturelle Symbole und Bilder, die im kollektiven Unbewussten existieren.

„Man wird nicht erleuchtet, indem man sich Lichtfiguren vorstellt, sondern indem man sich die Dunkelheit bewusstmacht. Dass letztere Verfahren ist jedoch unangenehm und daher nicht sonderlich beliebt.“

Carl Gustav Jung

Jung definierte die zwölf Archetypen als angeborene Tendenz, Bilder mit intensiver emotionaler Bedeutung zu schaffen, die den Vorrang des menschlichen Lebens zum Ausdruck bringen. Die Archetypen seien demzufolge Abdrücke, die aus unserem Unbewussten gespeist werden. Diese Typen definieren die besonderen Eigenschaften, die alle Menschen besitzen.

Die Kunst Archetypen für den Erfolg zu nutzen

Archetypen machen es leicht, erfolgreich Geschichten zu erzählen. Sie repräsentieren Bilder von Heldinnen und Helden, in denen sich das Publikum sofort wiedererkennt – die Weise, der Narr, die Liebende, der Rebell. Archetypen lassen sich auf Menschen übertragen, auf Unternehmensstrukturen oder auch auf Marken aus dem Gebrauchs- und Luxusbereich.

Meiner Erfahrung nach geht es bei der Arbeit mit Archetypen vor allem darum, eine Grundrichtung festzulegen. Wie wollen wir sein? Wie wollen wir unser Unternehmen positionieren? Wen wollen wir mit unserem Produkt ansprechen? Wollen wir lieber Schöpfer sein oder Entdecker? Eine Kombination aus beidem?

Danach ein Realitätscheck, schließlich hängt von dieser Entscheidung die gesamte Unternehmensstory ab. Passt das zu uns? Entspricht es unseren Möglichkeiten und Fähigkeiten? Sind wir denn wirklich so?

Noch ein Blick auf die dunkle Seite unserer Möglichkeiten: Wie sieht unser Schatten aus bzw. unsere Schwäche?

Wie erzählen wir unsere eigene Biographie? Jedermann, der bei allen gut ankommt oder Rebell, der bei vielen aneckt, dafür aber der Welt seinen Stempel aufdrückt? Herrscher, der alles kontrolliert, oder Zauberin, die mit Staunen oder Manipulation Macht erwirbt?

Jede Persönlichkeit schillert – aber welcher Archetyp entspricht uns am ehesten? Andere sehen das häufig viel deutlicher als wir selbst. Sie sind unsere Spiegel.

Die astrologischen Archetypen

In der Astrologie beziehen sich Archetypen auf wiederkehrende Muster, Verhaltensweisen, Motivationen und Absichten, die mit der menschlichen Psyche verbunden sind und durch astrologische Zeichen und Planeten repräsentiert werden. Sie sind grundlegende, universelle Symbole, die in Mythen, Geschichten und Kunstwerken vorkommen und uns helfen, charakterliche Eigenschaften und Handlungen zu verstehen.

Die Archetypen von C. G. Jung und die astrologischen Archetypen haben durchaus eine Schnittmenge. Vor allem verführen sie uns gerne, zu viel im Kopf zu sein. Zu viel zu analysieren. Verstehen wollen.

Die Einladung lautet - vor allem in der (psychologischen) Astrologie für die Seele - über das "Verstehen wollen" hinaus zu wachsen. Aus der Theorie in die Praxis zu kommen. Astrologie zu FÜHLEN.

Astrologie zu fühlen beginnt dann, wenn wir unserem Selbst vertrauen und uns als Mensch zutrauen, uns selbst zu leben. Mit allen Ecken, Macken und Kanten.

Uns selbst zu leben heißt, uns in Vertrauen zu üben, dass so wie wir sind, handeln, reden und uns geben, mit dem übereinstimmt, wie es uns im Innersten gut tut UND dass so wie wir uns geben, benehmen und (nicht)handeln, keinen verletzenden Schaden im Außen anrichtet.

Die astrologischen Archetypen sind Teil von uns und helfen, uns auf unserem Lebensweg immer wieder selbst zu entdecken.

Was mich maßlos stört sind solche Aussagen: “Ah, Du bist Krebs, ja dann bist Du…” oder „ Dein Archetyp ist ein, dann bis Du ……“. Das hat weder was mit Astrologie zu tun, noch ist es wirklich hilfreich für Dich und Deinen Alltag, in eine Schublade gesteckt zu werden.

Dies entspricht auch in keiner Weise den 12 Archetypen. Diese Einteilung ist ein Stereotyp. Schlicht Humbug. Oder hilft einfach dabei, Menschen zu manipulieren, damit sie Geld ausgeben, um sich zu verändern, besser zu werden oder erleuchteter.

WICHTIG:

Du bist nicht Dein Sternzeichen. Du hast ein Sonnenzeichen, welches umgangssprachlich Sternzeichen genannt wird. Alles, was so ein Sonnenzeichen zunächst aussagt ist, dass Du in einer gewissen Jahreszeit geboren bist.

Nicht mehr, manchmal sogar weniger, je nachdem wo Du Dich auf diesem Erdenball aufhältst.

Damit Du Du bist und mit jedem Atemzug mehr Du wirst, braucht es deutlich mehr als das. In erster Linie braucht es Deinen »freien« Willen und die Bereitschaft DEIN Leben (selbst) zu l(i)eben.

Die Archetypen sind Deine psychologischen Lebensprinzipien. Je nachdem, wie Dein persönliches Geburtsbild zusammengestellt ist, werden manche Lebensprinzipien dominanter sein als andere. Dein Geburtsbild ist Dein kosmischer Schnappschuss zum Zeitpunkt Deiner Geburt und erzählt, was alles in Dir veranlagt ist.

Da ist das Zeichen Deiner Sonne (😊 Sternzeichen) und der Aspekt Deines vorherrschenden Archetyps nur ein Bruchteil von vielen anderen Komponenten, die Dich zu der/dem machen, wer DU wirklich bist.

Archetypen in der systemischen Familienaufstellung

Aufstellungen können nicht nur für Familienthemen – sei es die Herkunftsfamilie oder die Gegenwartsfamilie – nützlich sein. Es können auch andere Systeme wie z. B. Unternehmen sowie Unternehmensteile und dort bestehende Schwierigkeiten aufgestellt werden. Oder man stellt z. B. Ziele und deren Blockaden auf oder auch Krankheiten / Symptome und deren seelische Bedeutung. Auch in Entscheidungssituationen kann man die seelischen Wirkungen der möglichen Varianten aufstellen. Solche Aufstellungsformen werden auch – im Gegensatz zur klassischen Familienaufstellung – als "systemische Strukturaufstellungen" bezeichnet.

In manchen Aufstellungen erweist es sich als notwendig, sogenannte Archetypen aufzustellen. Archetypen, Ur-Bilder, die in jeder Seele, wenn auch in unterschiedlicher Form und Gewichtung, auftreten, sind Gestalten und Gestaltungen in jeder Seele. Sie entsprechen daher dem kollektiven Unbewussten.

So wie es in Familiendynamiken oft um die Ausgeschlossenen und die Nicht-Gewürdigten im System geht, so geht es bei der Arbeit mit den Archetypen um die ausgeschlossenen und nicht gewürdigten Teilpersönlichkeiten in der eigenen Person.
In manchen psychologischen Ansätzen wird dies als Arbeit mit dem „inneren Team“ adressiert (das oft beschworene „innere Kind“ ist ein Teil dieses „inneren Teams“). Allerdings erscheint das Bild eines „Teams“ fast zu schwach – obwohl es nicht falsch ist – für die Prozesse, mit denen wir es bei der Arbeit mit den Archetypen zu tun haben.
Die Ur-Gestalten in jeder Seele unterliegen nämlich nicht der Freiwilligkeit und in gewisser Weise auch Willkürlichkeit, die wir bei Teams finden. Die Urgestalten in jeder Seele sind in ihrer Zugehörigkeit nicht verhandelbar. Nur ihre Stellung und ihre konkrete Konstellation in der jeweiligen Seele kann variieren. Ein Archetyp wie z. B. der „innere Krieger“ lebt in jedem von uns. Und wenn wir ihn „weg haben“ wollen, geht er in den seelischen Untergrund. Dort wirkt er dann als Terrorist oder Saboteur.

Animus und Anima, in getrennter Einheit verbunden!

Die Begegnung der Gegenkräfte ermöglicht erst eine persönliche Entwicklung. Die Partnerschaft als Basis bietet die Gelegenheit, sich gegenseitig zu unterstützen, um mit der eigenen Schattenseite in den Dialog zu kommen und sein wahres Licht zu finden.

Der Psychoanalytiker Carl Gustav Jung hat sich mit diesen Grundgedanken auseinandergesetzt. In seinem Konzept postulierte er Anima als das weibliche Prinzip, die innere Einstellung des Mannes in seinem Unbewussten, also die weibliche Seite in seinem psychischen Apparat. Allerdings wird dieser unbewusste Anteil nicht im Inneren der Person ausgelebt und praktiziert, sondern als Ergänzung einer fehlenden inneren Weiblichkeit nach außen projiziert: Von einer Frau wird erwünscht, die Verkörperung dieses Bedürfnisses zu sein. Dies bedeutet, dass die eigene Lebendigkeit und Lebenslust ins Unbewusste verdrängt oder verleugnet wird. Infolgedessen wird das eigene Potenzial als etwas Fremdes, Feindseliges und Bedrohliches angesehen, das bekämpft werden muss. 

Animus ist als Gegenbild von Anima das männliche Prinzip, die inneren unbewussten Potenziale: Mut, Tapferkeit, Stärke und Kraft der Frau. Diese unbewusste männliche Kraft wird nach außen auf einen erfolgreichen, faszinierenden und exotischen Liebhaber übertragen, der sie auf romantische und sexuelle Weise erobern soll, statt ihre eigenen innenwohnenden Kräfte zuzulassen und sich selbst diese Ressourcen anzueignen. Dadurch wird die Anima oder der Animus – ein Teil des inneren männlichen oder weiblichen Ichs – entweder nach außen projiziert oder abgelehnt beziehungsweise verleugnet. Dies beeinflusst die Dynamik der zwischenmenschlichen Beziehung. Die unbewusste Schattenseite bemüht sich, den fehlenden Anteil seiner Seele durch den Partner zu ergänzen. Ein unbewusstes Vorgehen besteht nicht selten darin, sich einem Partner anzunähern, der die eigenen, verdrängten, abgewerteten, nicht ausgebildeten oder ungeliebten Anteile verkörpert und darstellt. Das bedeutet, dass die eigene Unvollkommenheit durch den Partner ergänzt und abgedeckt wird.
Im Chinesischen wird von Yin und Yang gesprochen, in jedem Hellen ist etwas Dunkles und umgekehrt. Deshalb führt die Zusammenführung dieser beiden Elemente zur inneren Balance und Harmonie. Dieser Grundgedanke ermöglicht eine andere Perspektive auf die partnerschaftliche Beziehung.

In der emotionalen Entwicklung geht es darum, nicht nur eine Seite in sich auszuleben und nicht den Partner als Ausgleich und Ergänzung von der eigenen, nicht ausgebildeten Seite zu benötigen, sondern die innerlich unbelebte oder abgelehnte Seite zu entfalten. Die Auseinandersetzung mit dieser Projektion und das Bemühen um eine Entfaltung der männlichen Kraft in der Frau ebenso wie der weiblichen Kraft im Mann kann helfen, den jeweiligen Partner als Chance im Sinne einer Förderung und Entwicklungspotenzial wahrzunehmen.


Die 12 Archetypen sind ein wertvolles Tool im Marketing und bei der Produktentwicklung

Hast Du Dich schon mal gefragt, wieso Dir bestimmte Marken auf Anhieb sympathisch sind? Oder warum Du andere Marken so gar nicht magst, obwohl Du weißt, dass ihre Produkte und Dienstleistungen eigentlich gut sind? Woran liegt es, dass es Marken gibt, die uns sofort anziehen, mit denen wir uns gerne umgeben und denen wir schnell treu werden?

Eine Möglichkeit, mit dem sich unsere Zuneigung oder auch Ablehnung erklären lässt, bietet die Archetypen-Lehre, die auf den Psychologen Carl Gustav Jung zurückgeht.

Archetypen sind universelle Charaktereigenschaften. Sie beschreiben auf grundlegende Art und Weise, was Menschen antreibt: Ihre Motive, Motivationen, Werte und typischen Verhaltensweisen. Sie sind uns allen intuitiv vertraut, nicht zuletzt, weil sie in der Literatur, in Filmen und in der Kunst als zentrale Bausteine genutzt werden.

Vor allem aber sind die Archetypen herrlich anschauliche Gesprächsstarter in der Markenarbeit und Werbug, weil sie in unseren Köpfen sofort Bilder und eine Fülle an Assoziationen entstehen lassen, zu lebhaften und angeregten Diskussionen führen und uns dabei helfen, uns eine Marke als eine echte Person vorzustellen. So vereinfachen Archetypen die Entwicklung einer ausgereiften Markenpersönlichkeit, die es schafft, Menschen emotional zu erreichen und zu binden.