- Der Betreuer, Therapeut, Philosoph, Priester, Berufene
Dieser Archetyp in drei Worten:
- fürsorglich
- selbstlos
- mitfühlend
Er hat etwas mütterliches, ist selbstlos und aufopferungsvoll und kümmert sich mehr um Andere als um sich selbst. Er möchte andere schützen und Sicherheit bieten.
Sein Glaube und seine Philosophie geben ihm die Kraft für die Hoffnung, in diesem Leben den Sinn des Seins zu erfahren.
Er ist sehr verbunden mit der Geistigen Ebene und mit den Fragen, „wo komme ich her“, „wer bin ich“, „wo gehe ich hin“.
Sein höchstes Ziel ist die Seele zu verstehen.
Auf seiner Suche nach dem Sinn des Lebens kann er aber auch sehr anmaßend und besserwissend sein und einen sanften Anschein von Größenwahn ausstrahlen.
Aber seine starke Anbindung an die Geistige Welt hilft ihm bei seiner religiösen Suche in den geistigen Weiten des Allseins.
2. Der Magier, Zauber, Trickser, Schamane, Poltergeist, Wanderer, Spieler, Verrückte, Mephisto
Dieser Archetyp in drei Worten:
- visionär
- idealistisch
- magisch
Er denkt wie ein großer Revolutionär. Er zaubert und erneuert sein Umfeld nicht nur für sich selbst, sondern auch für andere. Er wächst und verändert sich ständig.
Er ist idealistisch und will nichts mehr, als seine Visionen in die Tat umzusetzen. Er könnte ein charismatischer Anführer sein, sich unter Umständen aber auch manipulativ verhalten.
Er will transformieren und liebt die Veränderung. Er ist ein wandelbarer Visionär und Idealist.
Seine Welt besteht oft aus Bildern, Ideen und religiösen Vorstellungen, an welche er dann seinen Geist, seinen Glauben und seine Ideologie bis zur Perfektion bindet.
Durch sein magisches und freies Denken hat er die Fähigkeit, sich von allem zu lösen und seiner „Idee vom Leben“ zu folgen.
3. Der Rebell, Schatten, Doppelgänger, dunkle Bruder, die andere Seite
Dieser Archetyp in drei Worten:
- aufrührerisch
- zerstörerisch
- kämpferisch
Hauptsache anders! Das ist sein Motto. Seine Mission ist es aufzumischen und sich gegen etablierte Normen und Konventionen zu stellen. Nicht selten wird dabei auch mal jemand vor den Kopf gestoßen.
Der Rebell überschreitet immer wieder Grenzen. Er provoziert Menschen und interessiert sich nicht für die Meinung anderer. Deshalb schwimmt er oft gegen den Strom.
Dieser Archetyp ist disruptiv und kämpft gegen den Status quo. Regeln? Sind dazu gemacht, um sie zu brechen. Ihre größte Angst ist es, machtlos zu sein und nichts verändern zu können.
Er möchte nicht unter Druck gesetzt oder beeinflusst werden.
Die negative Seite dieses Archetyps besteht darin, dass er selbstzerstörerisch werden kann.
Er sucht in seiner Andersartigkeit, trotzdem nach einer Partnerschaft, die auf seine Art einfühlsam und harmonisch ist.
Dadurch dass er das „DU“ über das „ICH“ stellt, ist er immer auf der Suche nach Gleichgesinnten, die mit ihm auf einer Augenhöhe sind.
4. Der Regulator, der Betreuer, der Pfleger, der Helfer, der Heiler, der Beschützer
Dieser Archetyp in drei Worten:
- fürsorglich
- selbstlos
- mitfühlend
Dieser Archetyp fühlt sich im Vergleich mit seinen Mitmenschen mental stärker. Folglich bietet er seinem Umfeld mütterlichen Schutz, läuft dabei aber Gefahr, sich ausnutzen zu lassen. Er möchte seine Mitmenschen vor Schaden bewahren und versucht, zu verhindern, dass Gefahren oder Risiken andere beeinträchtigen. In extremen Fällen verwandelt sich der Pfleger in einen Märtyrer, der alle ständig an seine Opfer erinnert.
Wo immer jemand gerade über den einen oder den anderen Strang schlägt, steht ein innerer "Buchhalter" parat, Soll und Haben wieder in ein rechtes Gleichgewicht zurück zu bringen, jedes Ungleichgewicht zu ahnden und damit jede Einseitigkeit, die das Gleichgewicht der Seele zu unterbrechen vermag, zu verhindern.
So haben wir im Archetypen des "Regulator" jemanden, der – wie auch der Archetyp des „Rover“ – jede geschlechtliche Unausgeglichenheit fürchtet und also bekämpft. Der sich deshalb auch keine eigene Geschlechtlichkeit leisten kann, zumindest kann er über dieses Hilfsmittel keine eigene Identität entwickeln. Betrachten wir als erstes, welche Bilder und Stichworte über diesen Archetypus im Umlauf sind.
Eigenschaften und Attribute:
- der, der alles ausgleichen muss
- einer muss es in Ordnung bringen
- die Anpassung
- das Gefühl von Schuld
- das Gefühl, es war nicht genug
- die Kontrolle
- das Kleinliche
- das Kleinkarierte
- "Bescheidenheit"
- "Demut"
- "Bedürfnislosigkeit"
- die Vernunft
- der Verstand
- die Ratio
- die Strategie
- das Helfer-Syndrom
- die Aussteuerung von männlich und weiblich
- der Ausgleich von Yin und Yang
- Selbstlosigkeit
- Motto: Ich war es nicht, aber ich weiß, wer es war!
Die allgemeine Formel für diesen Archetypus lautet: Es muss etwas "in Ordnung" gebracht werden. Aber wir müssen das als Metapher sehen. Der Regulator muss also das, was einst gut war, jetzt aber nicht mehr gut ist, wieder in den alten Zustand des Gutseins zurück versetzen. Damit aber fügt er dem Ganzen nicht etwa ein Neues hinzu, er macht es nicht besser, oder leichter oder sonst wie zu einer neuen Augenweide.
5. Der Animus
...steht für das männliche Reich der Macht, Kraft, Karriere und Herrschertum, mit all seinen Zwängen und Verführungen, denen er oft gewillt ist zu unterliegen oder sie über alles zu stellen.
Trotz alle dem wirkt in ihm eine sinnliche Verliebtheit und Sexualität, die sein Wirken besonders machen kann, sollte dieser Teil in ihm überwiegen, wird es seine Souveränität diesem Lebensziel widmen.
6. Die Anima
...steht für das innere Kind, die innere Mutter und ist immer auf der Suche nach Nähe und Geborgenheit.
Sie weiß ihre Stärke in der natürlichen Gabe des Annehmens, des neuen Erschaffens, des Reifen lassen, des Gebärens und des Führens und Begleitens.
Ihre Suche nach dem Heim, dem Zuhause, nach der Geborgenheit und Sicherheit, endet erst dann, wenn sie ganz und gar zu sich und ihrem Innersten „JA“ sagen kann.
7. Der Entdecker, Rover, Weltenbummler, die Jugend, der Weg, der Aufbruch, das Unsichere, das Wagnis
Diesen Archetypen treibt es an, rauszugehen, die Welt zu erleben und sich dadurch selbst zu erkennen. Er ist immer auf der Suche nach neuen Erfahrungen, genießt die Herausforderung und erfreut sich am Unbekannten. Entdecker sind aufgeschlossen, unabhängig und mutig. Sie sind furchtlos, abenteuerlustig und immer auf der Suche nach mehr Lebendigkeit, körperlich wie auch intellektuell und einem noch authentischeren Leben. Mit ihrer Unabhängigkeit und ihrem Ehrgeiz fürchten sie nichts mehr, als gefangen zu sein, sich anpassen zu müssen oder sich innerlich leer zu fühlen. Dabei kann es ihnen passieren, dass sie sich in ziellosen Wanderungen verlieren oder zum Außenseiter werden.
Er hat aber auch die Gabe eines Bootens oder Vermittlers, da er neutral und offen für alle Richtungen und Möglichkeiten ist.
Eine Eigenschaft dieses Archetyps besteht darin, dass er nach Perfektion strebt und deshalb nie zufrieden ist.
Danach strebt er:
- Freiheit
- Abenteuer
- Selbstfindung
Davor sorgt er sich:
- Sich eingesperrt zu fühlen
- Ein Gefühl von Leere
- Nichts zu finden
Seine größte Schwäche:
- Rastlosigkeit
Bekannte Entdecker:
- In Geschichten: Indiana Jones
- In der Realität: Alexander Gerst (deutscher Astromaut)
- Marken: RedBull, Apple, The North Face (Outtdoor Bekleidung)
8. Die/Der Liebende, die Kore, Prinzessin, Hekate, Sexualität und Sinnlichkeit
Dieser Archetyp ist Herz und Sensibilität. Liebt die Liebe und überschüttet auch andere Menschen mit seiner Zuneigung. Sein größtes Glück ist, sich geliebt fühlen. Er genießt alles, was seinen Sinnen gefällt, und legt vor allen Dingen Wert auf Schönheit in jeglicher Form.
Dieser Archetyp in drei Worten:
- leidenschaftlich
- sinnlich
- wohltuend
Aus der Mythologie heraus, ist Kore auch ein Name von Persephone – das göttliche Mädchen und die Göttin der Unterwelt.
Als Kore wurde sie als schönes, schlankes, sehr junges Mädchen mit Fruchtbarkeits-Symbolen dargestellt, mit einem Granatapfel (von dem sie in der Unterwelt gegessen hatte), dem Korn und Getreide (wie ihre Mutter) und der Narzisse (diese hatte sie gepflückt, als sie von Hades geraubt wurde).
Als Göttin der Unterwelt ist sie ein blasse, aber reife Göttin.
- Sie herrscht über die toten Seelen.
- Sie weiß, was sie will und setzt ihren Willen durch.
Der Persephone-Archetypus wird mit vielen Aspekten der mythischen Persephone beschrieben, mit Unterschieden, je nachdem, ob mehr der Kore-Aspekt oder der Unterwelts-Aspekt um Vordergrund steht.
Als Kore – das Mädchen
- Als Kore ist eine Frau eher passiv, rezeptiv, beeinflussbar, kein eigener Wille, jungendlich, kindlich, unschuldig, in der Dornröschen-Rolle.
- Sie will keine Bindungen, keine Verpflichtungen, sich nicht festlegen, wie ein kleines Mädchen, das noch nicht weiß, wer es ist und was sie will.
- Muttertochter
- Lange, vielleicht lebenslange enge Bindung der Tochter an die Mutter, wird nicht erwachsen, bleibt von der Mutter abhängig.
- Bleibt braves, gehorsames, gefügiges und vorsichtiges Mädchen der Mutter.
Als Anima-Frau
- Wenn sie heiratet bzw. eine fixe Partnerschaft eingeht, bleibt oft ein großer Teil ihre Psyche noch mit der Mutter verbunden. Trotzdem passt sie sich ihrem Mann an.
- Sie nimmt unbewusst die Anima-Projektionen des Mannes auf, erkennt intuitiv-rezeptiv das von ihm projizierte unbewusste Bild des Mannes auf Frauen und erfüllt seine Erwartungen.
Als Kind-Frau
- Sie ist sich ihrer sexuellen Anziehung und ihrer Schönheit wenig bewusst.
- Sie trägt eine Kombination von Sexualität und Unschuld mit sich.
- Sie will Männern gefallen, ist aber ohne Leidenschaft.
- Sie sucht Männer, die jung und unerfahren sind wie sie selbst, oder harte Männer, die von ihrer Unschuld und (scheinbaren) Zerbrechlichkeit angezogen werden.
- Sie sucht Männer, die sich mit "erwachsenen" Frauen nicht wohl fühlen.
Als Führerin der Unterwelt
Persephone ist ohne Erfahrungen als Mädchen in die Unterwelt gekommen und hat sich dort – vermutlich über einen langen Entwcklungs-Weg mit depressiven Phasen – zur Königin entwickelt. Das ist ein großer Entwicklungs-Sprung.
Symbolisch ist die Unterwelt unser Unbewusstes und es wird von vielen berichtet, dass Persephone-Frauen sehr empfänglich für tief empfundene Entwicklungswege sind, innerlich vom unbekümmerten Mädchen zur Königin gelangen.
Diese innere Persephone kann uns sehr helfen, schwierig psychische Zeiten gut zu überwinden und daraus zu lernen.
Mögliche Charakterschwächen
- "Rechtfertigungs-Notstände" sind für Persephone-Frauen nicht ungewöhnlich, wie Ausflüchte, Ausreden, Schwindeleien, Manipulationen.
- Sie ist das ewige Mädchen, will sich nichts und niemanden verpflichten, keine Verpflichtungen eingehen und/oder erfüllen.
- Hat Probleme, (echt) ja zu sagen und die Versprechungen zu halten.
- Hängt der Illusion, ewig jung zu bleiben, meist bis zu ihrem Ende nach.
- Versucht, auf indirektem Weg zum Ziel zu kommen, bzw. sich zu befreien.
- Ist in Gefangenschaft schnell in der Depression und wird dann unauffällig. Sie zieht sich noch ein wenig mehr zurück, redet noch weniger und konsumiert weniger. Die Anderen brauchen oft lange, bis sie bemerken, wie schlecht es ihr geht.
9. Der Held, Krieger, Zerstörer, das Feuer, die Gewalt, der Krieg, Odysseus
Dieser Archetyp in drei Worten:
- mutig
- aufrichtig
- integer
Dieser Archetyp strebt nach Macht und Ehre. Er ist kämpferischer Natur und strotzt vor Vitalität und Widerstandskraft.
Helden nehmen jede noch so schwierige Herausforderung an, um die Welt ein kleines Stückchen besser zu machen. Sie sind aufrichtig, mutig und lassen sich auf ihrer Mission von nichts aufhalten.
Er wird alles tun, um nicht zu verlieren. Tatsächlich verliert er nicht, weil er niemals aufgibt. Doch manchmal kann der Held zu ehrgeizig und kontrollierend sein.
Auf keinen Fall möchten sie als schwach oder verletzlich gelten und legen dabei auch arrogantes Verhalten an den Tag.
In diesem Zusammenhang kann er dann auch zu einem rücksichtslosen Macho und Streithammel gebähren.
Er ist immer bereit etwas Neues durchzusetzen und lässt sich dabei auch schnell als gehorsamer Soldat missbrauchen.
Seine Triebhaftigkeit, sein Feuer, seine Hitzigkeit, sein Heißsporn und seine Ungeduld lassen ihn oft kopflos und dumm erscheinen.
10. Der Unschuldige, die Jungfrau, die Heilbringerin, der Engel, der Traumtänzer
Dieser Archetyp in drei Worten:
- ehrlich
- uneitel
- demütig
Dieser Archetyp scheint jedes Selbsthilfebuch der Welt gelesen und aufgesogen zu haben, denn dieser Typ ist optimistisch, immer auf der Suche nach Glück und hält sich an die Regeln. Der Unschuldige sieht das Gute in allem.
Auf diese Menschen passt sehr gut die Aussage von Jesus: „Mein Reich ist nicht von dieser Welt“ und daher sind solche Menschen selten abgeneigt vom „Übertritt von der Erde zum Himmel“.
Sie sehnen sich nach der unsichtbaren Welt, nach der Welt hinter der Welt, nach der Reinheit und Unschuld in der Welt ihrer Träume und Sehnsüchte.
Er möchte sich in seiner Umwelt wohlfühlen. Aber der Unschuldige möchte auch seinen Mitmenschen gefallen und sich fühlen, als ob er dazugehöre. Bisweilen können sie mit ihrer naiven Unschuld auf andere eindimensional wirken.
Der Archetyp der Unschuldige ist jemand, der unschuldig ist. Er oder sie hat keine bösen Absichten und ist oft unschuldig an allem, was passiert. Wie ein kleines Kind, das noch nicht weiß, was gut oder böse ist.
Ein Beispiel für einen unschuldigen Charakter in einer Geschichte ist Dorothy aus dem Zauberer von Oz. Sie ist unschuldig, auch unschuldig an allem was passiert und hat keine bösen Absichten, sondern will nur nach Hause zurückkehren.
Oder wie das kleine Rotkäppchen, das unschuldig in den Wald geht, um ihrer Großmutter etwas zu essen zu bringen, ohne zu wissen, dass der Wolf dort lauert.
Es gibt viele Beispiele für den unschuldigen Archetypen in Geschichten und im wirklichen Leben. Denken Sie daran, dass unschuldig nicht dasselbe ist wie naiv oder dumm. Eine unschuldige Person hat einfach keine bösen Absichten und ist oft unschuldig an allem, was passiert.
Etwas professioneller ausgedrückt:
Der "Archetyp Unschuldig", auch als „Archetyp Innocent“ bezeichnet, stellt eine bestimmte Persönlichkeit dar, die von Unschuld und Unwissenheit geprägt ist. Dieser Archetyp kann sowohl positiv als auch negativ interpretiert werden, je nachdem, ob der Charakter als naiv und unschuldig oder als unschuldig und unschuldig dargestellt wird.
Positive Interpretationen des unschuldigen Archetyps zeigen ihn als jemanden, der unschuldig und unschuldig ist, ohne böse Absichten. Er ist gutgläubig und vertrauensvoll, und er sieht die besten Eigenschaften in anderen. Er ist oft unschuldig und unschuldig, und er hat eine positive Sicht auf die Welt.
Negative Interpretationen des unschuldigen Archetyps zeigen ihn als jemanden, der naiv und unschuldig ist, und dadurch leicht manipuliert werden kann. Er ist oft unerfahren und unbedarft, und er hat Schwierigkeiten, die bösen Absichten anderer zu erkennen.
In der Literatur und im Film wird der unschuldige Archetyp oft als Held dargestellt, der sich auf eine Reise begibt, um seine Unschuld zu verlieren und zu erwachen. Diese Reise kann sowohl positive als auch negative Erfahrungen beinhalten, je nachdem, wie die Geschichte erzählt wird.
In der Analyse von Unternehmen und Organisationen kann der Archetyp des Unschuldigen auch auf eine unschuldige und naive Einstellung gegenüber ethischen und moralischen Fragen hinweisen, was zu Problemen führen kann. Es ist wichtig, diese Einstellung zu erkennen und gegebenenfalls zu ändern, um Probleme zu vermeiden.
Zusammenfassend kann man sagen, dass der Archetyp der Unschuldige sowohl positive als auch negative Eigenschaften haben kann und in unterschiedlichen Kontexten unterschiedlich interpretiert werden kann. Es ist wichtig, ihn in seiner spezifischen Umgebung und in Bezug auf seine Handlungen zu betrachten, um ihn richtig zu verstehen und einzuordnen.
11. Die/Der Weise, der Meister, das Schicksal, die natürliche Ordnung, der Alte, die Zeit, der Tod
Dieser Archetyp in drei Worten:
- wissend
- führend
- bestärkend
Der Archetyp der Alten Weisen verkörpert die Weisheit, das tiefe Wissen und die spirituelle Einsicht, die mit dem Alter und der Erfahrung einhergehen. Sie ist die Hüterin des Wissens und die Beraterin, die anderen auf ihrem Lebensweg zur Seite steht.
Dieser Archetyp ist in allen Kulturen präsent und symbolisiert die reife, kluge Frau, die aufgrund ihrer Lebenserfahrung und ihrer spirituellen Tiefe respektiert wird.
Psychologische Entsprechung:
Psychologisch betrachtet repräsentiert die Alte Weise den Aspekt der Persönlichkeit, der sich mit Weisheit, Reflexion und dem tiefen Verständnis des Lebens auseinandersetzt. C. G. Jung beschreibt Archetypen als universelle Muster, die im kollektiven Unbewussten verankert sind. Die Alte Weise verkörpert das Prinzip der inneren Weisheit und des Wissens, das durch Erfahrung und Reflexion gewonnen wird.
Die Alte Weise ist diejenige, die in der Lage ist, durch die äußere Erscheinung hindurchzusehen und die tieferen Wahrheiten des Lebens zu erkennen. Frauen, die diesen Archetyp in sich tragen, sind oft weise, besonnen und in der Lage, andere zu beraten und zu leiten. Sie symbolisiert auch die Akzeptanz des natürlichen Lebenszyklus und die Fähigkeit, Frieden und Erfüllung in der Reife zu finden.
Spirituelle Entsprechung:
Spirituell symbolisiert die Alte Weise die Göttin des Wissens und der Weisheit, wie zum Beispiel die griechische Göttin Hekate oder die nordische Göttin Frigg. Diese Göttinnen verkörpern die Weisheit, die über das Leben hinausgeht, und die Fähigkeit, die Mysterien des Universums zu verstehen.
Spirituell gesehen fordert die Alte Weise uns auf, unsere eigene innere Weisheit zu entdecken und das Leben in seiner Tiefe zu verstehen. Sie symbolisiert den spirituellen Weg der Reflexion und des Wissens, der uns zu einem tieferen Verständnis unseres Platzes im Universum führt. In diesem Sinne steht die Alte Weise auch für die spirituelle Erfüllung, die durch die Annahme der natürlichen Zyklen des Lebens und die Entwicklung tiefer Einsicht erreicht wird.
Historische Vertreterinnen und Legenden:
Der Archetyp der Alten Weisen wird durch zahlreiche historische und mythische Figuren repräsentiert, die für ihre Weisheit und ihre Rolle als Beraterinnen und Hüterinnen des Wissens bekannt wurden.
- Sokrates: Während Sokrates ein Mann war, steht er in der Philosophie oft als Symbol für die „alte Weisheit“. Viele weise Frauen in der Geschichte haben Sokrates als Vorbild gesehen und seine methodische Art des Fragens und Hinterfragens in ihre eigene Weisheit integriert.
- Eleanor Roosevelt: Die ehemalige First Lady der USA, die für ihre Weisheit, ihren sozialen Aktivismus und ihre Rolle als Beraterin während des Zweiten Weltkriegs und der Gründung der Vereinten Nationen bekannt war.
- Baba Yaga: Eine Figur aus der slawischen Folklore, die oft als alte, weise Frau dargestellt wird. Sie lebt in einer Hütte auf Hühnerbeinen und ist sowohl eine gefürchtete als auch respektierte Figur, die tiefe Weisheit und Kenntnis über das Leben und den Tod besitzt.
Symbole / Symbolik:
Zum Archetyp der Alten Weisen passen Symbole und Elemente, die Weisheit, Erfahrung und tiefe Einsicht repräsentieren:
- Farben: Grau und Weiß, die für Weisheit und Reinheit stehen
- Tiere: Eulen und Schildkröten, die für Weisheit und Langlebigkeit stehen
- Steine: Amethyst und Jade, die für spirituelle Einsicht und Harmonie stehen
- Pflanzen: Lavendel und Salbei, die für Ruhe und Klarheit stehen
Fazit:
Der Archetyp der Alten Weisen ist ein kraftvolles Symbol für die Weisheit, die mit dem Alter und der Erfahrung kommt. Sie repräsentiert nicht nur das tiefe Wissen und die Einsicht, die durch das Leben gewonnen werden, sondern auch die Fähigkeit, dieses Wissen zum Wohle anderer einzusetzen.
In einer Zeit, in der Jugend und äußere Erscheinung oft im Vordergrund stehen, erinnert uns die Alte Weise daran, dass wahre Schönheit und Erfüllung in der Weisheit und Tiefe liegen, die nur durch Erfahrung und Reflexion gewonnen werden können.
12. Der Waise, Hilfesuchende, Gierige, das Opfer, der Verlierer
Der Archetyp des Waisen hat viele offene Wunden. Er fühlt sich betrogen, verlassen, vernachlässigt und ist enttäuscht. Er möchte, dass andere Menschen sein Leben in die Hand nehmen. Wenn sich niemand um ihn kümmert, zieht er sich zurück. Er neigt dazu, Zeit mit Menschen zu verbringen, die sich genauso fühlen wie er. Der Waise spielt oft das Opfer. Er gibt vor, unschuldig zu sein. Trotzdem hat er auch eine zynische Seite und ein manipulatives Talent.
Dieser Typus kann daraus entstehen, dass man von den Eltern verwaist wurde (Tod eines oder beider Elternteile) oder von einem Elternteil verlassen wurde, der einen einer anderen Person, typischerweise einem Verwandten, zur Erziehung überlässt. Das Merkmal kann auch weniger wörtlich, sondern eher metaphorisch gemeint sein und bedeutet, dass man von Freunden und Familienmitgliedern vernachlässigt wurde.
Waisen entwickeln sich oft zu widerstandsfähigen und unabhängigen Erwachsenen. Sie lernen, sich auf sich selbst zu verlassen, selbst wenn sie mit extremen Widrigkeiten konfrontiert sind. Auch wenn sie keine Freunde oder Familienangehörigen haben, die sie in ihrem Leben unterstützen, entwickeln sie einzigartige Talente und Fähigkeiten, die es ihnen ermöglichen, alle Hindernisse zu überwinden, denen sie im Leben begegnen.
Der Waise ist selbstbestimmt.
Der Waise ist ein selbstbestimmtes Individuum. Der Archetypus des Waisen bedeutet, dass man unabhängig und selbstständig sein muss, um sein eigenes Schicksal in die Hand zu nehmen. Wenn Du ein Waise bist, kannst Du Dich auf niemanden verlassen, der sich um Deine Bedürfnisse kümmert oder Dir sagt, was Du tun sollst. Du hast keine Autoritätsperson in Deinem Leben, also musst Du selbst die Autoritätsperson in Deinem Leben sein. Wie Du sicher sehen kannst, fällt dies nicht jedem leicht, denn die meisten von uns sind ihr ganzes Leben lang mit einem starken elterlichen Einfluss aufgewachsen.
Wenn die erste Reaktion, die dies bei Dir hervorruft, der Wunsch ist, das Thema zu wechseln und über etwas ganz anderes zu sprechen – etwas anderes als das Bedürfnis, unabhängig und selbstständig zu sein -, dann gibt es wahrscheinlich einen Grund dafür: Es ist für die meisten Menschen nicht leicht, sich dieser Sache zu stellen oder sie als integralen Bestandteil ihres Persönlichkeitstyps zu akzeptieren. Das heißt nicht, dass es unmöglich ist! Es bedeutet nur, dass jemand wie ein Waise, der die Dinge nicht unter seiner Kontrolle haben will (oder alle anderen unter seiner Kontrolle haben will), vielleicht etwas Hilfe braucht, damit er seine Einstellung zur Unabhängigkeit ändern kann, bevor er wirklich selbstbestimmt werden kann – was dazu führt, dass er Entscheidungen auf der Grundlage dessen trifft, was er glaubt, und nicht, was andere glauben.
Der Waise will geschätzt werden.
Der Waise muss gebraucht und wertgeschätzt werden, sei es durch Beziehungen oder auf andere Weise. Oftmals opfern sich die Waisen für andere auf und werden zu Märtyrern.
In Beziehungen: Da der Waise weiß, wie es sich anfühlt, unerwünscht zu sein, ist er sich der Bedürfnisse anderer oft sehr bewusst und versucht, ihnen zu helfen. Wenn ihre Bedürfnisse jedoch nicht erfüllt werden, indem sie anderen helfen, kann der Waise zu einem Märtyrer für eine Sache oder zu einem Bedürftigen werden, der Aufmerksamkeit benötigt.
In einer Beziehung mit einem Waisen wirst Du vielleicht feststellen, dass Dein Partner sich immer aufopfert, um Dir zu helfen, Deine Träume zu verwirklichen oder Deine Probleme zu lösen. Das mag anfangs eine gute Sache sein – es mag edel erscheinen -, aber irgendwann merkst Du vielleicht, dass es zu viel wird. An diesem Punkt hast Du zwei Möglichkeiten: Du kannst die Hilfe Deines Partners ablehnen (was er möglicherweise persönlich nimmt) oder seine Hilfe in Anspruch nehmen (was ihn in seinem Glauben bestärkt, dass er nur dann wertvoll ist, wenn er hilft).
Wenn Du Dich dafür entscheidest, die Hilfe Deines Partners abzulehnen, musst Du damit rechnen, dass er sich mit dem Vorwurf des Egoismus wehrt. Es ist wichtig, dass Du ruhig bleibst und erklärst, dass Du das Angebot zwar sehr zu schätzen weißt, es aber nicht mehr das ist, was Du wolltest, und dass es mehr schadet als nützt (für Euch beide). Wenn er sich weiterhin dagegen wehrt, dann ist er vielleicht nicht derjenige, der eine Beziehung zu schätzen weiß, in der beide Partner bekommen, was sie benötigen.
Der Waise kann anhänglich sein.
Der Archetypus des Waisen kann anhänglich sein und benötigt Bestätigung, aber er wird oft von Gefühlen der Unsicherheit geplagt. Sie können extrem loyal und beschützend sein, aber manchmal wird ihre Zuneigung und Beschützerhaftigkeit giftig, wie eine Mutter, die ihr Kind erstickt. Zu ihren extremen Emotionen kann Eifersucht oder Besitzgier gegenüber den Menschen gehören, die ihnen am nächsten stehen – auch wenn sie keine romantische Beziehung zu ihnen haben -, weil sie Angst haben, wieder einmal allein gelassen zu werden.
Trauma und der Archetyp des Waisen
Ganz gleich, ob seine „Verlassenheit“ aus einem Mangel an physischer Präsenz in seinem Leben, dem Tod einer anderen Person oder der emotionalen Bindung zu seinen Eltern (oder sogar Freunden) resultiert, dieser Archetyp kann auf der unbewussten Ebene eingesetzt werden, um diese Traumata zu bewältigen. Vielleicht merkt er gar nicht, womit er fertig wird, bis er selbst ein Elternteil wird oder bei seinem eigenen Kind Züge bemerkt, die sich bei ihm anders zeigen als bei ihm.
Waisenkinder entwickeln sich oft zu widerstandsfähigen und selbstständigen Erwachsenen.
Waisenkinder können die Verkörperung des Archetyps des Waisen sein. Kinder, die ungeliebt, ungeschützt oder in Instabilität aufwachsen, können oft zu Erwachsenen werden, deren wahre Natur intakt ist. Da Kinder im Allgemeinen nicht dazu ermutigt werden, unabhängige Entscheidungen zu treffen, entscheiden sie sich vielleicht für einen der wenigen Archetypen (den Einzelgänger, den Rebellen), denen sie eher folgen als anderen. In diesem Fall suchen sie seltener den Kontakt zu anderen und haben im Erwachsenenalter mit Einsamkeitsgefühlen, Verlassenheitsproblemen oder sogar Depressionen und Ängsten zu kämpfen.
Waisenkinder könnten sich anfangs von der Gesellschaft abwenden, weil diese nicht in der Lage war, mit ihnen in Verbindung zu treten; wenn dies in der Kindheit geschieht und eine Person auch später im Leben noch nach Verbindung sucht, könnte sie ein Einzelgänger oder ein anderer einsamer Archetyp sein.
Fazit zum Archetyp des Waisen:
Der Archetypus des Waisen ist ein häufiges Thema in der Literatur und hat sich über die Jahrhunderte bewährt. Er steht für diejenigen, die verlassen, zurückgewiesen oder verraten wurden. Charaktere, die diesen Archetyp verkörpern, sind oft Überlebende, die auf sich selbst gestellt und unabhängig sind.
Waisen versuchen, ihren eigenen Weg in der Welt zu finden, und sie tun dies oft, indem sie ihre Stärken und Fähigkeiten nutzen, um trotz der Hindernisse, auf die sie auf ihrem Weg stoßen, erfolgreich zu sein. Sie können das Beste und das Schlechteste in den Menschen zum Vorschein bringen, während sie versuchen, der Welt ihren eigenen Stempel aufzudrücken.
Wie hat es Dir gefallen, in dieses Thema hineinzuschnuppern?
Konntest Du Dich bei dem einen oder anderen erkennen oder hat Dich ein Archetyp besonders getriggert?
Teile mir gerne Deine Erkenntnisse mit, wenn Du magst. Ich freue mich über Deine Rückmeldung!
Und wenn Du in diese Arbeit noch tiefer eintauchen möchtest, können wir uns sehr gerne gemeinsam auf die Reise hin zu einer noch klareren Erkenntnis Deiner Selbst machen.